Mein lieber Schwiegersohn!

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Eigentlich habe ich dich nie so genannt. Für mich bist du Uwe und wenn ich „lieber Uwe“ gesagt habe, hast du mich gefragt: Geli, was willste?

Als Antje und Marc zur dir in den Ruhrpott umzogen, dachte ich, na, ob das gut geht?
Du hast ihr schon damals geholfen sich im Leben zurecht zu finden und ihre Vorstellungen und Träume auf realistischen Boden zu stellen. Antje hat auch ihren eigenen Kopf, wem sagst du das, aber du konntest mit ihr umgehen. Du hast dich sehr um sie und um Marc gekümmert, wie man sich eben um seine Familie kümmert und als ihr drei dann wieder nach Leipzig zurück gekommen seid und dann auch noch Anna dazu kam, war ich wirklich froh..
Manchmal dachte ich, wo soll das nur enden, eure Art oftmals, miteinander umzugehen ist zugegebener Maßen gewöhnungsbedürftig. Wenn ich sagte: „Kinder streitet nicht!“ habt ihr mich beide verdutzt angeschaut, gelacht und gesagt. „Wir unterhalten uns doch nur!“ Ihr habt über die gleichen Dinge gelacht und in eurer Kommunikation eine Ironie an den Tag gelegt, dass es manchmal weh tat :-).
Ich habe mir viele Sorgen gemacht, weil vieles, oftmals zuviel immer an meiner Tochter hängenblieb von den alltäglichen Aufgaben und Problemen, die ein Grundstück, zwei Kinder, der Hundesport und der Kampf um´s tägliche Brot so mit sich bringen. Es schien – dieser Hundeplatz hatte immer Vorrang. Du hast gewusst, dass du krank bist und hast trotzdem geraucht und getrunken. Na klar, du warst ein Kerl wie ein Baum. Männer, wie du sterben nicht an einem Herzversagen. Hatte ja bisher auch funktioniert. Bis Sonntag eben.

Als Anna im Babyalter schwer krank war hast du dich gekümmert. Du bist auch nachts aufgestanden und hast nächtelang am Bett gesessen, du warst mit Marc beim Kieferchirurgen und kennst jeden Kinderarzt auch heute noch besser als Antje. Nur für dich selbst waren Ärzte nie ein Thema. Wenn ein Hund alt und krank war, wusstest du, was zu tun ist.
Du gingst mit Marc zum Friseur, die Autos hatten im Winter immer die richtigen Reifen und du hast erst vorletzte Woche ein schönes, großes Feuer im Hof gemacht, sogar mit Genehmigung der Stadt Markranstädt. Obwohl ja Genehmigungen sonst nicht so dein Ding waren.
Du hast dafür gesorgt, dass Shirin aus deinem geliebten NRW jedes Jahr ein paar Tage bei Marc und Anna verbringen konnte und hast den Kids super schöne Stunden verschafft. Du hast die Kinder erzogen, wie du dachtest, dass Kindererziehung sein muss. So wie du eben bist, rauher Schale, weicher Kern, konsequent und großzügig, mit dem was du hattest. Kinder brauchen Strukturen und Sicherheit. Dafür liebten Sie dich. Einmal bist du zu dem Jungen gegangen, der Marc auf dem Heimweg immer bedrohte und hast ihm in deiner Art begreiflich gemacht, dass er das zu unterlassen hätte. Und dann war da Ruhe!
Du konntest schon klar vermitteln, was du wolltest und was nicht! Das konntest du.
Du warst groß im Finden von Lösungen für Probleme aller Menschen, die dich umgaben. Dir fiel immer etwas ein und du hattest auch gleich die richtige Telefonnummer dafür. Du hattest immer ein Herz und die Kraft für die Schwächeren in dieser Welt und Antje hatte bei dir die Sicherheit, die sie so dringend benötigt. Ich glaube, auch daraus hast du deine Kraft geschöpft. Du wurdest dringend gebraucht.
Außerdem warst du natürlich der beste Griller der Welt und konntest wirklich super kochen. Hast du ja auch oft genug getan. Antje fehlt dieses Gen zum kochen. Dafür kann sie prima Tore reparieren, Schlösser auswechseln und Zwinger bauen. So war das eben bei euch.
Nur, wenn du getrunken hattest, sorry – es war nicht zum Aushalten. Du hast Blödsinn geredet, mehrfach hintereinander denselben und oftmals setzten dann irgendwo auch deine klugen, grauen Zellen aus. Du wurdest, laut, rechthaberisch und ungerecht. Alkohol eben.
Aber auch diese Zeiten waren vorbei. Gott sei Dank und in den letzten Monaten habe ich mich sogar gefreut, als du abends manchmal noch zur Tankstelle gefahren bist, um uns beiden ein Bier zum Abendbrot zu holen. Antje trinkt ja keinen Alkohol, in diesem Punkt war sie wirklich keine gute Partnerin für dich.
Und wir haben Pläne gemacht –
Es war schön zu sehen, wie Antje und du gemeinsam über das Grundstück gegangen und in jede Ecke gekrochen seid, mit Papier und Bleistift und gemessen und gerechnet und geplant habt. Auch rechnen konntest du.

Der Schrott, den wir aussortiert haben, müsste noch weggebracht werden.
Wer soll denn demnächst grillen, du hast soviel Fleisch gekauft. Wer schafft das Huhn weg, wenn es gestorben ist? Wer bringt Anna in die Kita, wenn Antje morgens zeitig arbeiten fährt? Wer sagt dem Marc, dass er nicht 5 Stunden am Tag mit dem Handy spielen kann und wer lässt das Badewasser für euer sonntägliches Familienbad ein?
Ich habe es schon immer gewusst. Du machst meine Tochter unglücklich.
Du bist einfach zu früh abgehauen. Du hättest warten müssen, bis Marc aus dem Flegelalter heraus ist und Anna ihren ersten Freund geküsst hat.
Du hast meiner Tochter versprochen, sie zu beschützen.
Du fehlst. An jeder Ecke. Es gibt keine Worte, die den Verlust leichter machen.
Trauer braucht Zeit und Raum, um sich zu wandeln. Dann werde ich dir verzeihen.

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Bald ist Weihnachten. Natürlich gehen wir hin!

Weihnachten ist das Fest der Liebe. P1000969

Wer nicht vergeben kann, kann nicht lieben sagt Martin Luther King und Weihnachten ist doch das Fest der Liebe.
Weihnachten ist ein guter Anlass um zu Verzeihen.
Wem verzeihen wir und warum? Und woran machen wir fest, was wir verzeihen? Worauf kommt es dabei an?
Aber warum sollen wir denen verzeihen, die uns ungerecht behandelt, verletzt und enttäuscht haben? Was haben wir davon?

Ganz einfach, wer verzeiht, hat verarbeitet und abgeschlossen. Was auch immer passiert ist, man kann es im Nachhinein nicht ändern und hat sich damit abgefunden und ist zu der Einsicht gekommen, dass man mit dem Unwiderruflichen leben muss. Die Gleichgültigkeit des Schwiegersohnes, die Lüge eines Vorgesetzten, der Verrat eines Freundes, man kann alles verzeihen.

Die Verletzung bleibt, aber mit der Verzeihung entscheiden wir uns dafür, lieber mit einer Narbe als mit einer Wunde zu leben. Dabei ist es eigentlich egal, ob derjenige der uns verletzt hat, bereut und seine Verfehlung einsieht. Verzeihen fällt uns natürlich leichter, wenn dem so ist.

Verzeihen heißt nicht vergessen, sondern man schafft die notwendigen Bedingungen, dass Wunden heilen können, man eine andere Sicht oder Perspektive auf die Geschehnisse bekommt und das Gefühl des Zornes dem der Besonnenheit weicht. Verzeihen ist keine gönnerhafte Geste, sondern ein Akt der Freiheit und Stärke, ohne dass wir uns besser dünken wollen als andere. Wenn wir verzeihen, haben wir verarbeitet, dass sich unsere Mitmenschen oftmals nicht so verhalten, wie wir es erwartet und Versprechen gebrochen haben.

Wenn wir jemandem ein Versprechen geben, stehen wir mit unserer ganzen Person dafür ein, dass wir es halten können, mag da kommen was wolle. Trotzdem gibt es bei jedem Versprechen die Möglichkeit der Nichteinhaltung und des Scheiterns. Wir alle haben schon Versprechen gebrochen, andere verletzt und enttäuscht. Und wer sich einmal genau im Spiegel ansieht, verspürt vielleicht das unangenehme Gefühl, selbst ein Teil des Bildes zu sein, das gerade so weh tut. Schwer auszuhalten, nicht wahr? Gerade deshalb ist Verzeihen die einzige Möglichkeit, nach einer Verletzung wieder den Weg in ein freies und selbstbestimmtes Leben zu finden und nicht immer wieder zurück zu schauen. Die falsche Blickrichtung gibt es nicht mehr.

Wenn ihr eurer Schwiegermutter, euren Vorgesetzten und Freunden nicht verzeihen könnt, dann geht einfach nicht hin. Bitte schreibt ihnen keine kitschigen Phrasen und schickt ihnen keine Weihnachtskarten und holt bitte nicht auch noch den Umschlag mit dem Weihnachtsgeld ab. Arbeitet an der Verarbeitung des Unabänderlichen.

Weihnachten ist das Fest der Liebe. Wer nicht verzeihen kann, kann auch nicht lieben. Und das ist wirklich kein Grund zum Feiern. Meine Sicht auf die Dinge.

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Merkelphone abgeschaltet :-)

(das wirklich Wichtige ist das Video)

Ich bin mal wieder ratlos. Das Handy wird abgehört und wir legen direkt den Account @merkelphone an. Was wir da am 23.10. abends hören ist so unglaublich, daß wenigstens die Twittergmeinde darüber sprechen wird. W&V

Ich trinke mit einer Freundin ein, zwei Flaschen Wein. Sie schimpft, weil ich andauernd am PC hänge und twittere.

Die deutsche Welt empört sich, die große, weite Welt lächelt und am Donnerstagnachmittag war der Account das 1. Mal gesperrt. Abhörskandal: #Merkelphone wird zum Social-Media-Hit, finde ich etwas übertrieben, aber Spaß macht es schon.

Freundlich teile ich dem Twittersupport mit, daß mir die Follower geklaut wurden und der Account gesperrt ist. Dieser Account wurde gesperrt, weil zahlreiche Tweets veröffentlicht wurden, die @Antworten und/oder Erwähnungen enthielten. Diese Funktionen sollen die Kommunikation mit anderen Menschen auf Twitter vereinfachen. Twitter überprüft die Verwendung dieser Funktionen, um sicherzugehen, dass sie so verwendet werden, wie es beabsichtigt ist, und sie nicht missbraucht werden. Die Verwendung beider Funktionen zum Versenden von unerwünschten oder bösartigen Nachrichten an eine Vielzahl von Nutzern wird als Missbrauch angesehen und führt zur Sperrung eines Accounts.

Ich lese nochmal die rules. Der Account wird wieder entsperrt und ich darf  weiter twittern.

Da habe ich mir nun ab mittags bis spät nachts Tagesschau, Tagesthemen, nein dem Brennpunkt gab es ja nicht, den Beckmann, die Illner und alle anderen Print- und Online-Seiten zu dem Thema verinnerlicht und bin zu dem Ergebnis gekommen. Es lohnte sich nicht.

Die meisten Reaktionen gab es es auf diesen Tweet: Fahrradkette

 

Alles regt sich auf, jede sucht sich seine Bühne und nächste Woche fliegt eine Delegation von Spezialisten in die USA. Ich muss noch die Wohnung putzen und einkaufen war ich auch nicht.

@Merkelphone ist nun wieder gesperrt. Der freundliche Support schrieb: Someone should be in touch with you shortly.

Falls ich mich jemals irgendwo bewerben muss, nehme ich dieses Einfach drauf klicken :-) als Bewerbungsvideo und frage den Personalmenschen, welches Teammitglied er gerne haben möchte. Vor mir liegt ein schönes, freies Wochenende. Ich werde wohl mal ins Kino gehen. Und das Handy  *ggg*….

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Wien und Katzencontent und Prenzlberg – Mixed Pickles

IMAG6804-001Ich muss nach Wien. Sehr bald und zu Irina und Frau Dr. Bernert und  ich mag diesen Blogpost wegen der Musik.

Katzen spielen auch eine Rolle.
Wer von euch besitzt Katzen? Wer von euch züchtet welche und warum? Und warum macht der Christian den ftp-Zugang nicht?
Und ich beschäftige mich mit einem Haus im Prenzlberg, welches entmietet werden soll. Dort bin ich nämlich ab und zu.
Das Bild habe ich in Peking auf dem Markt gekauft. Gefällt es euch?

Wenn ihr Fragen oder Antworten habt – ich renne nicht weg.

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Oktoberfest – Der 10er Tisch im Hippodrom

Seit 11 Jahren weiß ich nicht mehr, wie sich die 3 Wochen von Mitte September bis Anfang Oktober im normalen Leben anfühlen. Seit 11 Jahren arbeite ich im Hippodrom. Nein, ich gehöre nicht zu den Mädels, die die Krüge durch die Gegend schleppen. Ich arbeite weiter hinten an einem Schreibtisch.

Es ist jedes Jahr das Gleiche. So kurz vor der Wiesn hat man viele Freunde, die eine Woche  vor Beginn des Oktoberfestes unbedingt noch ein Bier mit mir trinken wollen.

Dabei ist es gar nicht so schwer einen Tisch im Hippodrom zu reservieren. Sogar fast eine Woche vor Wiesnbeginn gibt es noch Reservierungsmöglichkeiten.

Ein 10er Tisch für eine  Abendreservierung über *Normal* gebucht, kostet so um durchschnittlich 60€ bis 90€ je Person, d.h. 600€ bis 900€.  Der Preis beinhaltet in der Regel ein 3-Gang Menü und einige Maß Bier oder etwas Chamapgner. Es gibt da verschiedene Angebote.

Bei der Firma Tab Ticketbroker kostet schon so ein Tisch rund 4.400 € lt. Preisliste vom März 2013.  In diesem Preis ist der Verzehrvoucher von 900€ includiert.  Ticketbroker2Will man einen bestimmten Bereich reservieren, zahlt man 350€ pauschal dazu. Ticketbroker kann natürlich zu diesem Zeitpunkt keinerlei Zusagen über Reservierungsbereiche geben, da das Hippodrom nie Zusagen für bestimmte Bereiche in ihren Reservierungsschreiben versendet. Die Firma sagt auch zu Tische teilen zu können,  ohne zu wissen, welches Chaos sie damit im Zelt anrichtet, Ticketbroker1da jede Bedienung eine 10er Gruppe erwartet und dann plötzlich 5 Einzelzahler am Tisch sitzen. Das kriegen die schon hin, denken sie. Wer schon einmal im Hippodrom war, weiss,  wie es zum Reservierungswechsel aussieht, wenn die Bedienungen losrennen, um in kürzester Zeit die Gäste abzukassieren, die Station zu säubern und die Tische neu einzudecken. Viele Gäste wollen noch bleiben und die neu angekomenen warten darauf, endlich ihre Plätze einnehmen zu können. Eine echte Herausforderung  für alle Beteiligten.

Ebay ist fast genau so teuer. Da zahlt man für einen Tisch 1320 € (1 Tag vor Auktionsende), der bei einer regulären Nachmittagsreservierung  320€ kosten würde.

ebay1ebay2Schade, dass der Verkäufer seine Reservierung nicht selber wahrnehmen konnte. Der schnelle Gewinn von mehr als 1000€ wird ihn trösten. Dabei weiss ja der wahrscheinliche glückliche Käufer nicht mal, ob er einen Originalvoucher  bekommt oder der Verkäufer den Voucher dreimal oder 5 mal verkauft hat. Das Chaos, wenn dann auf einmal 2 oder 3 Gruppen vor dem einem 10er Tisch stehen. Derlei Überraschungen erleben wir jedes Jahr. Gewonnen hat dann derjenige, der den Originalvoucher bei der Bedienung  in Zahlung gibt. Für alle anderen wird es ein trauriges Erlebnis. Eine Menge Kohle gezahlt und kein Plätzchen in der Box oder auf der Galerie.

Streng genommen ist jede Reservierung kostenlos. In fast allen Zelten, so auch im Hippodrom ist aber jede Reservierungszusage an einen Mindestverzehr gebunden. Pro Person werden also Gutscheine oder Wertmarken  verkauft (bei uns Voucher), die nur für die jeweilige Reservierungstermine gültig sind und die im Vorfeld bezahlt werden, ähnlich wie bei Theaterkarten.

Dieses Jahr stehen in allen großen Zelten insgesamt ca.150.000 mehr reservierungsfreie Plätze zur Verfügung als im Vorjahr. Ein Viertel aller genehmigten Plätze im Zelt dürfen an Wochentagen nicht mit Reservierungen belegt werden. An Samstagen, Sonntagen und am Feiertag bleiben bis 15 Uhr die Hälfte aller Plätze reservierungsfrei, danach müssen es 35 % sein. So gesehen, hat man wirklich eine reele Chance auf ein schönes Plätzchen. Das  Wiesenbarometer  gibt es eine grobe Richtlinie, wie es so aussieht mit den Reservierungsmöglichkeiten.

Früher hat mich das Oktoberfest überhaupt nicht interessiert. Ich weiss nicht genau, wie es ist, dort zu feiern. Das habe ich noch nie gemacht. Aber ich mag das Hippodrom mit der unglaublichen Lebensfreude, die es herbei zaubert.  Ich freue mich nächste Woche ins Zelt zu kommen und Familie Krätz,  Gerd, Eva, Kerstin, Biber und all die anderen zu begrüßen  – als wäre ich  das ganze Jahr nicht  weg gewesen.

Ein Freund sagte vor dem 1. Mal zu mir, entweder du wirst es hassen oder lieben. Dieses Jahr bin ich das 12. Mal dabei.:-)

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