Ich habe da mal eine Frage an den Kundendialog der Deutschen Bahn

Hallo Torsten 2x , Norman, Kai, Maik, Jana, Christian 2x , Filiz, Danny, Matthias, Simon, Nicole, Jennifer, Ariane und Gundula,

ich buche meine Fahrkarten immer online, nur gestern konnte ich den Citynightliner für den 29.08.2013 0:32 ab Berlin bis Köln zum Sparpreis nicht online buchen. Die Verfügbarkeit war gegeben und es gab immer eine Fehlermeldung.  Ich setzte mich erst mit dem Servicecenter der DB, danach mit dem Onlineservice der DB und später auch noch mit dem Kundendialog (Christof He…?) in Verbindung. Der junge Mann war sehr bemüht, gab mir aber dann letztendlich den Rat zum Kölner Bahnhof zu fahren und meine Fahrkarte vor Ort zu kaufen.

Ich fuhr also gegen 20 Uhr zum Kölner Hauptbahnhof. Die Kollegin am Schalter 16 war sehr kompetent, abends immer noch lustig und motiviert. Aber auch sie konnte mir nur mit Schwierigkeiten (die Zugnummer war nicht korrekt im System) die gewünschte Fahrt für den Nachtzug am 29.08. Abfahrt Berlin 0:32, Liegewagen, Damenabteil, Liege unten, reservieren.  Meinen Gutschein konnte ich nicht einlösen, irgendetwas stimmte mit den hinterlegten Zahlungsarten nicht. Gern habe ich zusätzlich die 5€ (59,50+5€=64,50€) für die Offlinebuchung vor Ort bezahlt, auf die Einlösung des Gutscheines verzichtet und fuhr nun glücklich wieder nach Hause.

Warum ich schreibe? Gerade jetzt sitze ich jetzt im ICE von Köln nach Berlin und stelle fest, dass diese unter so schwierigen Umständen erstandene Fahrkarte bei mir zu Hause auf dem Tisch liegt.

Meine Frage ist nun:

Gibt es irgendeine Möglichkeit, dass ich einen Ersatzbeleg oder eine Bestätigung erhalte, damit ich die Fahrt nicht zweimal bezahlen muss und der Mitarbeiter der DB im Nachtzug am Donnerstag mich im Damenabteil auf der unteren Liege wieder nach Köln fahren lässt? Vielleicht kann ich ja bis zum Donnerstag einen Ersatzbeleg irgendwo in Berlin abholen oder ich bekomme eine Bestätigung per Mail als PDF. Ich habe bei der Bezahlung dieser Fahrt Punkte gesammelt. Vielleicht können Sie über meine Bahncard feststellen, dass ich diese Fahrkarte erworben habe. Vielleicht wollen Sie den Fahrpreis meiner Kreditkarte belasten (als Deposit z.B., wie das die Mietwagenfirmen auch machen) und dann im Tausch gegen die vergessene Originalfahrkarte wieder entlasten.

Ich habe diese gleiche Frage über das Kontaktformular der DB-Seite gestellt. Da finden Sie auch meine persönlichen Kontaktdaten, wie Telefonnummer und E-Mailadresse.

Ich bin gespannt, auf die Lösungsmöglichkeiten und Ihre Antwort. Vielen Dank für die Mühe.

Sonnige Grüße aus dem ICE 853 Köln-Berlin.

Susi Ratlos (Name ist Programm)

Hier sind nun die Lösungsvorschläge der Deutschen Bahn. Das Social Media Team reagiert schnell.

via FacebookFacebook Reaktion DB2

 

 

 

 

Deutsche Bahn Twitter

via Twitter.

 

 

DB CNL

 

 

Auch das Team vom City Night Line hat versucht nett zu helfen.

Das Schlangestehen IMAG6730 im Reisezentrum des Berliner Hauptbahnhofs hat mir nichts ausgemacht. Kenn´ ich von früher. Ich bin ja Leipzigerin. Ich habe in der Stunde die gelangweilten Mitarbeiter beobachtet, die für die 1.Klasse zuständig sind. Die hatten nichts zu tun. Aber ich habe es ja oft genug bei Karl-Marx gelesen. Der Kapitalismus ist nun mal eine Klassengesellschaft.

Das Ausfüllen des Kontaktformulars auf der Seite der DB war auch nicht umsonst. Eine mitfühlende Mitarbeiterin hat mich genau 26 Stunden nach dem Absenden angerufen und den gleichen Ratschlag gegeben, wie alle anderen Kollegen auch.

Da ich ja über eine Bahncard 25 verfüge, hat mich jetzt das neue Ticket nur 105€ gekostet. Den Rat der freundlichen DB-Mitarbeiterin im Berliner Reisezentrum werde ich befolgen und meine in Köln allein gelassene Fahrkarte beim Kundenservice einreichen. Ich bin gespannt, was dabei raus kommt.

Ich habe nun 2 Fahrkarten mit 2 Reservierungen für jeweils eine Liege unten im Damenabteil. Vielleicht können die freundlichen Mitarbeiter vom City Night Liner die Liegen zusammenschieben?  Ein großes Bild davon gibt es dann am Donnerstag. 🙂

Mehr Infos gibt es hier. Die Deutsche Bahn ist immer für Überraschungen gut. Das meine ich nicht ironisch.

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Vom Prinzip der begrenzten Schlampigkeit

Ich habe mich beworben. Allein durch die eingereichten Bewerbungsunterlagen wird die Notwendigkeit sichtbar, die eigentlich nichts mit meinem Lebenslauf zu tun hat. Ich habe also die Bedingungen dafür geschaffen, damit sich etwas Neues ereignen kann. Wirklich neu ist nur das, was ich gerade nicht voraussagen kann. Ich bin so jemand, der zum Fußball gehen würde, nur weil er vorher nicht weiß, wie es ausgeht oder ausgehen könnte.

Als ich vor einigen Jahren nach Köln kam, war ich schon der Meinung, dass meine nächste Station Hamburg oder Berlin sein wird. Nun stellt sich vielleicht eine Situation ein,  die ich nicht wirklich forciert habe, aber die mir auch nicht einfach passiv widerfährt. Ein Mangel wird produktiv und gibt meinem Leben vielleicht eine unerwartete Wendung. Ich liebe es mich auf einen nach vorne offenen Horizont zu bewegen, ohne zu wissen, an welcher Stelle ich mich nach gewisser Zeit befinden werde.

Kann nicht jeder, muss auch nicht jeder. Ich befinde mich gerade wieder an einem meiner von mir so geliebten Tippingpoints. Ich mag den Zufall, Zufallden es ja eigentlich nicht gibt. Alles, was so oder auch anders der Fall sein kann, also nicht mit Notwendigkeit festgelegt ist. Es gibt eine Notwendigkeit für den Zufall und ich mache ihn mir meistens nutzbar. Ein wichtiger Punkt dabei ist vertraut zu sein, mit den Dingen mit denen man umgeht. Man muss ein Gefühl dafür entwickeln, für das was am Rande des Weges passiert. Überall gibt es Nebengeräusche und Störungen, die man ausblenden oder aber eben auch ernst nehmen kann. Ich habe ein  Gefühl dafür, was ich getrost ignorieren, und für das, was ein wesentlicher Hinweis sein kann. Und dann gehört noch das Prinzip der begrenzten Schlampigkeit dazu. Wenn man Prozesse extrem stark kontrolliert und sehr eng führt, kommt am Ende nichts mehr dabei heraus. Das gilt für Kindererziehung, Mitarbeiterführung, Wissenschaft, Wirtschaft und besonders  auch für Politik gleichermaßen. Natürlich weiß ich das Rauchen schädlich ist. Aber wieso hat die Politik nichts Besseres zu tun, als ihre Bürger wie Kinder zu behandeln und uns unsere kleinen Freuden des Lebens Rauchen, Trinken und übermäßiges Essen zu verbieten? Eine Politik, die dem einzelnen Bürger lächerliche Vorschriften macht und auf der anderen Seite Jugendarbeitslosigkeit und Massenarmut hervorbringt und Menschen dazu bringt, dass sie unter dem Begriff  Freiheit rauchfreie Kneipen, beruhigte Plätze und Gespräche ohne sexuelle Andeutungen verstehen?

Ich bin erwachsen. Ich kann das ertragen. Ich sterbe nicht sofort, wenn mir der Rauch einer Zigarette in die Nase steigt oder wenn die Familie neben mir auf dem Balkon ein Lamm grillt oder der Typ im 3. Stock die ganze Nacht Trompete bläst. Ich kann das Glück der anderen als etwas Teilbares erleben. Damit sind wir beim Thema sharing. Das mag ich auch.

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Beijing -Donnerstag

­­Wir schlafen wieder bis Mittag. Wir sind immer nur müde.

Heute wollen wir entspannt shoppen gehen un­­­­d sind mit Kevin und seinem Freund verabredet. Wir treffen uns gegen 14 Uhr an der U-Bahnstation. Wir würden am Bahnhof vorbeikommen, meint K. Den Bahnhof sollten wir uns schon anschauen. Wir steigen also dort kurz aus und werden von den Menschenmassen förmlich erschlagen. Ein W­­­­­useln von sich laut bewegenden Menschen wie in einem Ameisenhaufen. Wir kommen in den Bahnhof nicht rein. Man muss eine Fahrkarte haben, um durch die Barrieren an den vielen Eingängen zu kommen, ähnlich wie bei uns im Fußballstadion.

Kevins Freund ist ein wirklich netter, natürlich kleiner Chinese.

Wir bewegen uns zur Qianmen Dajie, einer großem Einkaufsboulevard, wo so ziemlich alle großen Marken hinter chinesischen Fassaden verkaufen. Bei einem Starbucks bekommen wir unseren Kaffee, der verglichen mit anderen Lebensmitteln hier unglaublich teuer ist. Kevin erzählt, dass der besser verdienende Chinese zu Starbucks geht, weil es hipp ist. Kaffee mögen die meisten gar nicht. Aber es ist eben schick, hier Kaffee zu kaufen. Lin trinkt einen Eistee. Wir interessieren uns nicht so für die Marken und bewegen uns nun seitwärts tiefer in das Viertel. Hier ist alles Markt.

Wir schlendern zu einem Kaufhaus und haben Hunger. Kevin und sein Freund fahren mit uns in die 8.Etage. Hier sieht es ein wenig aus wie Baustelle, aber dann sind wir echt überrascht. In der Mitte unseres Tisches ist ein Kochplatte eingelassen auf dem ein HotPot mit unterschiedlichen Brühen steht. Wir wählen eine Curry-, eine scharfe und eine Irgendwasmitfrüchtenundblättern-Brühe. Dazu werden Lammfleisch und Fisch und verschiedene Blattsalate, Nudeln und Pilze und verschiedene andere Sachen, die ich nicht kenne serviert. Die Zutaten werden nach und nach in die Brühe geschmissen und jeder fischt sich dann mit den Stäbchen nach seinem Geschmack, was er möchte, taucht es in eine Erdnusssauce oder in eine scharfe Sauce, die uns Lin noch zusätzlich geordert hat. Wir trinken Bier dazu. Es ist ein richtiges Event und schmeckt hervorragend. Kevin sagt, sie würden hier oft essen. Wir freuen uns, dass wir Kevin und Lin haben. Alleine wären wir sicherlich nicht hier gelandet. Wir lassen uns für die 120 Y (das sind ca. 15€) eine Steuerquittung geben. 4 Personen essen und trinken hervorragend für ca.15€ und wer hat schon eine Steuerquittung aus China. Frau Kirchheim wird sich freuen.

Nun arbeiten wir uns durch die Etagen des Kaufhauses. Es ist einfach nicht zu beschreiben, welche Massen an Waren hier auf einem Platz angeboten werden. Auf allen Kaufhausetagen verkaufen Händler ihre Taschen, Shirts, Schuhe und alles was man sich denken kann aus kleinen, nur notdürftig voneinander getrennten Parzellen. Handeln ist unbedingt erwünscht. Lin ist ein absoluter Fachmann. Er feilscht, geht weg, kommt wieder und beschwatzt die Händler. Unsere T-Shirts kosten die Hälfte, Korbinians Flintstone-by-Adidas-Schuhe kosten 80  von ursprünglich 280 Yen und meine lila-tragische Tasche bekomme ich für die Hälfte. Es ist fast abends als wir das Kaufhaus verlassen. Ob wir in das nächste gehen wollen, fragt uns Kevin. Wir winken genervt ab, nach einem Kaufhaus hat man keine Lust auf ein zweites mehr, wir wollen uns irgendwohin setzen und Ruhe haben.

Wir fahren wieder in das Einkaufsviertel bei uns um die Ecke und setzen uns in eine kleine hübsche Bar. Die Caipi schmeckt ein wenig wie aufgeschäumtes Mundwasser, was uns natürlich nicht abhält, mehrere davon zu trinken. Man kann ja zwischendurch ein Bier bestellen, um den Geschmack zu ertragen. Zwischendurch gibt’s ne kleine Skyco mit den Kollegen in den Deutschland wegen der Cats. Toiletten gibt es keine, wir gehen halt die 100m weiter zur nächsten öffentlichen, wenn das Bedürfnis da ist. Mit zunehmender Nacht werden aber auch diese immer unbetretbarer. Chinesen sind schnell müde. Lin ist höflich und hält aber gut durch.

Die U-Bahn ist schon lange geschlossen als wir uns auf  den Heimweg machen, um den Bauarbeitern, die hier nachts Löcher in die Straße machen, die man morgens schon nicht mehr sieht, Gute Nacht zu sagen.

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Beijing – Mittwoch

Es ist 13 Uhr Pekinger Zeit. Wir sind aufgewacht. 13 Stunden geschlafen. Die Sonne scheint und es ist trotzdem schon sehr schwül draußen. Es ist es nicht klar und ein Schleier liegt über allem. WIFI gibt es entgegen der Ankündigung von HRS nicht. Mit LAN kommen wir ins Netz. Facebook und Twitter sind nicht. Kommt man mit China nicht hin. Google ebenfalls nicht. Die chinesische Staatsmacht zensiert einfach das Internet. Kevin sagt, er kommt dort auch nur via VPN hin. Auf dem Weg zu Starbucks versuchen wir uns Geld zu ziehen am Bankautomat. EC Karte gibt nix her. Kreditkarte auch nicht. Das liegt aber eher daran, dass wir die Spracheinstellung nicht wechseln können und nicht wissen was wir tun.

Wir gehen zu Starbucks. Haben wir gestern gesehen in dem Einkaufsviertel. Heute bei Tageslicht sieht das Viertel ganz anders aus. Die Geschäfte sind viel bunter und es sind viel mehr Menschen hier. Alles Touristen, wie wir auch.  Starbucks in Beijing. Der Kaffee kostet 20Y und ein Wasser 10Y.

WIFI geht nur sehr langsam. Hier sitzen nur Ausländer oder gut betuchte Chinesen. Neben uns sitzt eine junge Frau am Rechner ohne etwas gekauft zu haben und arbeitet. Es Ist klimatisiert hier und es gibt eine *ordentliche Toilette*

Toiletten sind auch ein besonderes Thema hier.  Toilette in PekingAller 50 Meter gibt es eine öffentliche Toilette, dafür in den meisten der zahlenreichen Straßenkneipen und Cafes keine. Kevin hat uns noch direkt am Flughafen jedem eine Packung Papiertaschentücher in die Hand gedrückt und bemerkt, wir würden schnell erkennen, warum. Nun wissen wir es. Es gibt meistens kein Papier auf den öffentlichen Toiletten. Auch gibt es da keine Klobecken, wie wir sie kennen, sondern einfach einen Tritt und ein Loch im Boden. Wenn man Glück hat, mit einer Wand drumrum, meistens trennt einen die kaum einen halben Meter  hohe Mauer vom Nachbarn.

Es ist fast 16 Uhr als wir Starbucks verlassen. Wir wollen heute auf den größten Platz der Welt, den Tian ´anmen Guangchang. Und in die verbotene Stadt, die Nahtstelle von Himmel und Erde. Schnell fotografiert K. noch die entsprechenden Ausschnitte aus der Karte. Ich habe bewusst keine Handtasche dabei. Ich will mir hier eine kaufen.

Also packe ich unsere Taschentücher, Reiseführer, Sonnenbrille, Geldbörse und Zigaretten kurzerhand in eine Plastiktüte vom Dutyfree vom Flughafen FRA. An der nächsten Eckewürde ich mir Tasche kaufen, beruhige ich K. Er schäme sich nicht, mit mir so durch Beijing zu rennen, machen ja die Chinesen auch so.

Wir lassen die U-Bahn weg und laufen los. Es ist Rushhour und die Straßen sind voll, allerdings nicht so voll, wie wir es uns vorgestellt haben.

Die verbotene Stadt macht heute ihrem Namen alle Ehre. Wir dürfen sie heute nicht mehr betreten. Hätten wir uns vorher informiert, wüssten wir, dass es ab 17 Uhr kein Einlass mehr gibt. Laut .Fengshui muss ein Palast einen Berg im Rücken haben. Gleich hinter dem Kaiserpalast befindet sich der Jingshan-Park mit dem Kohlehügel. Hier wurde früher die Kohle des Kaisers gelagert. 2 Y kostet der Eintritt. Das sindca.30 Cent.  Wir wählen den steilen Weg zum Pavillon des Ewigen Frühlings, dem Wachun Ting. Das Treppensteigen belohnt uns mit einer super Aussicht über die verbotene Stadt und auf die Skyline von Peking. Leider  versinkt die Stadt wieder im Smog. Trotzdem ist es sehr schön hier oben. Wir spazieren durch den Park zurück. Es sind viele Chinesen hier und wir überlegen, ob die wohl auch Eintritt bezahlen müssen. Als wir den Park an durch einen Seitenausgang verlassen, sehen wir einen Kontrollsäule. Die Einheimischen erlangen also ihren Zutritt  mit dem Auflegen ihres Personalausweises.

Zurück laufen wir durch ein Hutongviertel. Ich bin erstaunt und ein wenig entsetzt, wie dreckig und eng es hier zugeht. Kleine winkelige Gassen, die kaum einen Meter breit sind führen Labyrinth ähnlich zu den Wohnungen. Ab und zu hat man eine Einsicht in die klitzekleinen Höfe. Hier ist alles irgendwie nur Beton und grau.

K. will *tragisch essen* und wir gehen in einen Laden, der den Namen eigentlich nicht verdient. Ein Mann kommt hinter dem Tresen vor und zeigt uns die Speisen, die er anbietet. Ich kann nicht erkennen, was da auf den Tellern vor dem Tresen liegt. K. meint, es wären kleine Enten. Fisch sei wohl auch dabei. Das andere könne er aber auch nicht erkennen. Ich habe Hunger, wir haben heute noch nichts gegessen, also hier würde ich nicht satt werden.

Wir gehen direkt *bei uns* an einer Ecke in eine Suppenküche. Es gibt Nudeln mit Fleisch in einer Fleischsuppe und Nudeln mit Blättern in einer scharfen Brühe und 2 Flaschen Bier. Schmeckt alles sehr gut. Zwischendurch tauschen wir die Suppenschüsseln und bezahlen 38Y. Das sind ca. 5,50€.

Es ist 21Uhr als wir im Hotel die Rechner hochfahren. K. gelingt es, dass wir nun via VPN über seinen Router in Stuttgart nun auch Facebook und Twitter bekommen. Eine Stunde später sitzen wir bereits wieder in unserem*Stammkneipe* am Ende unserer Straße auf den kleinen Stühlen. Paprika am Spieß, Hefebrot geröstet und scharfes Fleisch mit Gemüse in einer Fleischsauce, dazu 3 Bier und 3 Zigaretten. Die Leute kennen uns jetzt hier und wir dürfen nun erst unsere  42 Y bezahlen als wir gehen. Wir kaufen am Kiosk seiner Frau nebenan noch2 Bier und 2 Wasser und sind gegen halb zwölf in unserem Zimmer. Wir haben noch keine Unterkunft für die nächsten 4 Tage und recherchieren und schauen. Es ist fast 4Uhr morgens als wir die Rechner runterfahren und schlafen.

 

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Beijing – Dienstag

Gelandet:

Dienstag 11.35 Uhr

Guter Flug, wir sitzen in der 1. Reihe nach der Business-Class und hatten genug Beinfreiheit . Das Essen ist ok. Wir haben sogar geschlafen, die Kabinen wurden verdunkelt und das Licht ausgeschaltet. Wir fliegen mit AirCina mit einer niegelnagelneuen Boeing 777.

Wir landen gegen 11:35, die Immigration ist problemlos und trotzdem begrüßt uns Kevin erst  1,5 Stunden später am Ausgang des Terminal 3. Der Flughafen ist riesig und der volle Bus gibt uns einen ersten Vorgeschmack auf das Land der vielen Menschen.

Wir fahren mit dem Taxi zum Hotel und bezahlen 103 Y. jeder von uns hat in D etwas Geld getauscht. Das Hotel liegt in einer kleinen Seitenstraße im beliebten Viertel DongCheng.

Die Übernachtung müssen wir sofort bezahlen.  800 Y via KK und 100 Y Deposit. Wir sollten uns eine Quittung geben lassen, meint Kevin. Vielleicht verstehen die Kollegen am Empfang bezüglich der Rückgabe dann kein englisch mehr.

Klamotten auf´s Zimmer bringen und sofort stürzen wir uns in´s Getümmel. Wir haben Hunger,  als erstes wollen wir etwas essen. Mittagessen mit Kevin in einer der zahlreichen Straßenküchen. Es ist kein Mensch drinnen, die Mittagszeit ist vorbei.

Wir bestellen 5 verschiedene Gerichte aus der Bilderkarte. Kevin erklärt uns, dass niemand etwas nur für sich bestellt, sondern dass jeder etwas bestellt und dann alle davon essen. Sharing gab es also schon lange im alten China. Diese Essgewohnheit gefällt mir gut, weil dann alle von allem kosten können. Eine Gabel finde ich natürlich nicht, aber an die Stäbchen gewöhnt man sich nach den ersten Happen ganz schnell. Dauert halt etwas länger. Auf einem Teller sind scharfe gebratene grüne Bohnen, auf dem anderen gegrilltes Gemüse, es gibt  gegrilltes Schweinefleisch, welches man mit langen Sprossen in ein tofuähnliches Blättchen einrollt und mit der Hand isst und gegrillte kleine Hühnchenstückchen mit Erdnüssen in einer sehr pikanten Ölsauce.  Es schmeckt hervorragend. Wir studieren chinesische Schriftzeichen und lernen einige Wörter wie Danke  und die Zahlen 2.

Wie er sich ernähre hier so als Student, fragen wir Kevin. Er ist viel auf der Straße, es sei billiger, nur manchmal koche er deutsche Kleinigkeiten, wenn er Appetit darauf verspüre.

Kevin studiert 1 Jahr lang die chinesische Sprache in Beijing. Zuerst hat er auf dem Campus allein in einem Zimmer gewohnt, im 2. Semester dann jedoch mit einem Koreaner zusammen. Das sei ziemlich anstrengend gewesen. Jetzt hat er seine 2 Semester erfolgreich abgeschlossen und nutzt die letzten Wochen bis zum Ablauf seines einjährigen Visums, um noch ein bisschen durch die Gegend zu reisen und sich das Land anzuschauen . Wir haben uns jeder eine U-Bahnkarte (20 Y Deposit) mit 30 Y aufgeladen- je Fahrt ca. 2Y= 30 Cent)

Von Nankuoquxiang mit Linie 6, dann Linie 10 Richtung Osten  und dann laufen wir durch eine moderne Einkaufsstraße mit den gängigen Weltmarken. Hollister eröffnet in 2 Tagen hier einen neuen Shop, die Holister-Jungs machen Promotion für die Eröffnung und stehen halbnackt vor dem neuen Laden.  Auch ein riesengroßer Apple-Store ist mit dabei. Apple und Holister interessieren uns nicht, die haben wir immer, wir wollen in eine chinesische Kneipe. Es ist noch früh (gegen17 Uhr) und viele der kleinen Bars sind leer oder noch nicht geöffnet. Wir setzen uns in etwas Pubähnliches auf die Terrasse und trinken Bier. Das Bier kostet hier 20Y, nach der 2. Runde dann nur noch 15 Y.

Es regnet zwischendurch und manchmal denke ich, es ist schon Abend. Den ganzen Tag war es diesig und grau und dämmrig. Der Smog hängt hier wirklich drückend über der Stadt. Depressive Menschen gibt es hier wahrscheinlich nicht viele. Die überleben das nicht und sind sicherlich immer ganz schnell tot.

An der U-Bahn trennen wir uns von Kevin und fahren den Weg wieder zurück allein. Es ist jetzt gegen 20 Uhr und als wir die U-Bahn verlassen ist es schon dunkel draußen. Wir nehmen den Weg zurück zum Hotel durch eine sehr große Shoppingsiedlung, wo viele Menschen flanieren, essen, trinken und Geschäfte anschauen. Hundemüde und mit einem klebrigen Gefühl auf der Haut kommen wir im Hotel an. Nein, wir gehen noch nicht schlafen. Wir nehmen unsere am Flughafen gekaufte Rauchware, leihen uns vom Empfang ein Feuerzeug und laufen die kleine Straße bis zum Ende. Dort gibt es auch einige kleine Straßenkneipen. Keine Touristen, nur einheimisches Volk. Wir setzen uns an einem campingähnlichen Stand auf der Straße auf kleine Stühle, bekommen grottenkaltes Bier und essen aufgespießtes Fleisch und gegrillte Paprika.

Nach einem 10 Stunden Flug und einem Tag in Peking bekomme ich die 1.Dusche. Im TV läuft China sucht den Superstar oder etwas Ähnliches. Das Fenster ist weit geöffnet und die Aircondition funktioniert. Perfekt. 3 Minuten später bin ich eingeschlafen.

 

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