SWR, Marktcheck und Südfrüchte

Hast du am Dienstag Zeit, der SWR sucht ein einige Obsttester.  Klar sag ich, das Obst in Stuttgart liegt absolut in meinem Focus und bei einem Dreh dabei zu sein, ist wohl allemal interessant.

Es ist 12 Uhr.  Lisa, Horst, Korbinian und ich sitzen bereits um den Tisch als das SWR-Team die 100 Stufen zur Wohnung von Korbinian japsend hinter sich bringt, um das 1. Briefing  vorzunehmen. Alle außer K. (der fastet erfolgreich) versuchen unsere neugierige Aufregung etwas zu dämpfen. Das gelingt  am besten mit etwas Alkohol. Machen die Superstars auch, sagt Eva, die verantwortliche Redakteurin,

Wer macht wann, was und womit!Lagebesprechung und BriefingBeim ErzählenLisa braucht MutEinkaufsgeldBeim AufbauEinkauf bei LidlVor dem Einsatz bei Edekanoch ohneGanz normal KassenkundeDreh - Die vier MusketiereEs wird eine BlindverkostungAlles fertig

..und wer mehr wissen will:  Donnerstag, 28. Februar 21 Uhr – SWR!

Das Video gibt´s hier 🙂 http://goo.gl/ciX2N

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In einem Taxi nach Paris – oder so ähnlich!

In einem Taxi nach Paris - oder so ähnlich!Ich bin ein großer Fan von Sharing.  Vielleicht hat das auch etwas mit meiner Vergangenheit zu tun. Ich bin im Sozialismus aufgewachsen. Da gehört alles dem Volk :-). Besitz muss nicht immer sein, da man viele Dinge und Leistungen teilen kann. Man spart eigene Ressourcen und die anderer. Geteilte Freude ist doppelte Freude in weitestem Sinne also. Ich habe den Sparpreis bei der DB verpasst und 104 € für eine Strecke tun mir echt leid, wenn es bessere Alternativen gibt.

Nun sitze ich gerade in einem Auto auf dem Weg von Köln nach Leipzig. Vorgestern habe ich über die www.mitfahrgelegenhei­­­­t.de gebucht, angerufen und den letzten Platz bekommen. 

Lars, der Fahrer, ist pünktlich 9.25 Uhr da. Wir fahren von Deutz los. Man kann schlecht parken am Bahnhof zurzeit, weil an jeder Ecke gebaut wird. Lars hat den Kofferraum geöffnet und simuliert ein- und ausladen, ein Knöllchen ist ja auch nicht gerade das, womit man einen guten Tag beginnt.

Ich bin die erste, gleich nach mir kommen 2 Jungs mit, na sagen wir mal, Migrationshintergrund. Es ist 9:30 Uhr. Prima, denk ich, dann kommen wir ja pünktlich los.  Ich steige ins Auto und setze mich nach hinten, damit ich vielleicht etwas arbeiten oder lesen kann. Lars steigt ein und sagt etwas irritiert, sie (die Jungs) wollen erst mal noch etwas essen. Es ist halb zehn und wir wollen los. Er erzählt, dass er wegen der 2 Herren die A­­­­­­­­­­­bfahrtszeit sogar um eine halbe Stunde vorverlegt hat, weil die 2 spätestens 14 Uhr in Leipzig sein müssten. Er würde jetzt 5 Minuten warten und dann direkt starten. Egal, ob sie da sind oder nicht. In der nächsten halben Stunde klingelt das Telefon bestimmt 15 Mal. Die beiden werden es nun wohl nicht schaffen bis 14 Uhr in Leipzig zu sein.

Lars fährt schon seit 8 Jahren. Seine Frau wohnt in Leipzig und er arbeitet in Köln. So pendeln sie schon seit dieser Zeit wechselseitig und die Mitfahrer reduzieren den finanziellen Aufwand ein wenig. Er hat schon einige Sachen erlebt, aber dass Leute erst mal etwas essen gehen, obwohl die Abfahrtszeit bereits vorbei ist, ist auch ihm noch nicht passiert.

Er hatte schon einen Mann befördert, der blind war und wo ihm auf die Frage  * was er denn tun müsse, wenn der Blinde mal zur Toilette müsse, geantwortet wurde *der muss nicht*.

Er hat schon Kaninchen im Käfig gefahren und einmal hat man ihm 2 Kids im Alter von 4 und 5 Jahren ins Auto gesetzt. Seine Frau hatte freitags einen Passagier, dem plötzliche einfiel, dass ihm seine Geldbörse geklaut wurde und sie solle sich keine Sorgen machen, er würde ja am Sonntag bei der Rückfahrt dann beide Touren bezahlen. Leider musste der Beraubte dann nicht mehr zurück. Mitfahrer erzählen, dass sie erlebt haben, dass ein Mitfahrer am Zielort  aussteigt  und mitteilt, er hat kein Geld. Danke und tschüss. Solche Sachen passieren halt, aber die meisten Mitfahrer sind nett und interessant und bezahlen auch. Ich sage ihm, ich habe nix dagegen, wenn ein Fahrer noch vor Einstieg den vereinbarten Fahrpreis kassiert.

Ich finde es total cool, sitze auf dem Rücksitz eines sehr schönen Autos mit verdunkelten Scheiben, kann schreiben, lesen oder schlafen. Ich fühle mich wie Frau Merkel, Herr Winterkorn und Madonna in Personalunion oder wie in einem Taxi nach Paris. Vielleicht ein wenig besser noch. Leipzig ist für mich schöner als Paris und das Taxi dahin ist auch nicht so teuer.

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Zurück in die Zukunft :-)

Matthi ist Vergangenheit und Zukunft und ein Freund und wir wollen nach Florida. Auch Florida ist Vergangenheit und Zukunft.

Matthi kommt aus Stuttgart Hbf mit ICE 616 1 Sitzplatz, Wg. 21, Pl. 41, 1 Fenster, Großraum – und ich steige 5.50 Uhr in den Zug nach Frankfurt. Ich bin 16 Minuten früher da. Das sollte reichen für mich, um den richtigen Bahnsteig zu finden. Wir wollen früh da sein zum Checkin in Frankfurt. Wir fliegen diesmal nicht Airberlin, sondern mit US-Airways und auch mit einem Stop. Das Ganze kostet uns dann pro Person 300 € weniger, allerdings brauchen wir etwas mehr Zeit. Davon haben wir ja zur Zeit reichlich und in Charlotte waren wir ja auch beide noch nicht. Charlotte  ist auch die Frau von John Frau von Johnund eben dieser Flughafen in North Carolina.  FH Charlotte

Ohne Nachzudenken haben wir unsere Flüge einzeln gebucht, so dass wir nun natürlich auch nicht zusammen sitzen werden. Deshalb der frühe Start zum Flughafen, vielleicht gelingt es ja noch, die Plätze zu tauschen, nicht miteinander, aber so, dass wir zusammen sitzen können.

Die Dame am Airways-Schalter ist noch nicht ganz munter und knurrt uns etwas unlustig an. Die Platztauschfrage beantwortet sie mit: „Die Maschine ist ausgebucht“, es werde schon Geld geboten, wenn  man einen Tag später fliegen würde und sowieso müsse sie uns erst einmal einchecken. Matthi setzt sein schönstes Lächeln auf, klimpert mit den Augen und nun hatte sie auf einmal doch 2 Plätze gefunden. Matthi tauschte nun von Platz 40 auf Platz 14 Gang und den Rest sollten wir dann direkt im Flieger klären.  Der Flughafen Charlotte wäre zwar nicht groß, aber trotzdem sind 1:35 h sehr wenig Zeit in Amerika für´s Umsteigen. Zwei Stunden müsse man da schon einplanen. Wir müssten ja auch noch auf das Gepäck warten. Die Kollegin am Nachbarschalter reicht ihr Brillenputztuch an  *unsere* Betreuerin weiter und als ich frage: „Darf ich es auch noch haben?“ schießt die Stimmung der Ladies geradezu in die Höhe Richtung Himmel.  Jetzt habe ich den ultimativen Durchblick und nun hat sie uns geradezu lieb gewonnen und pflastert kurzentschlossen 2 Priority-Aufkleber auf unsere Koffer, damit diese als erstes auf das Band geschmissen werden. Wir versprechen ihr ein Foto von unserem ersten Drink auf floridanischem Boden und verabschieden uns mit positiven Wellen. Für sie ist nun der Tag nun in Ordnung, für uns sowieso! Jeden Tag eine gute Tat. Haben wir nun abgehakt.

Im Flieger trennt sich dann Matthi von seiner Nachbarin auf Reihe 14, obwohl diese schwäbische Wurzeln hat und Stuttgart mehr liebt als jeden Ort der Welt. Es muss ihm sehr schwer fallen, wenn ich an seine bedingungslose Hingabe zu Stuttgart denke. Jedenfalls kommt er noch vor dem Frühstück nach Reihe 20 und nun haben wir Zeit zu quasseln und so.

In Charlotte landen wir 25 Minuten früher, die Immigration ist schmerzfrei, 4 Finger der rechten Hand und keinen Thumb, mal kurz in die Linse geblinzelt und nicht ein Frage nach Urlaub oder Gemüsemitbringsel im Gepäck.

Unsere Koffer werden natürlich nicht bevorzugt behandelt, kommen aber trotzdem relativ fix aus dem großen schwarzen Loch in der Wand. Ich verstaue meinen in einer versiegelten Tüte befindlichen Schnaps im Koffer. Wir müssen ja erneut durch den Security-Check und die Amis sehen die verplombten Beutel nicht als sicher genug an. Matthi hat seinen Schnapstüte noch in der Hand als wir unsere Koffer nun wieder abgeben. Kurz bevor seiner auf dem schwarzen Gepäckband verschwindet, fällt ihm das dann auch auf. Flüssigkeiten über 100 ml geht ja nun mal nicht im Handgepäck. Die Sicherheitsbestimmungen sind da eineindeutig.

Er schreit leise die Mädels hinter dem Gepäckband an und eine springt auch. Sie weiss allerdings nicht welchen Koffer Matthi meint. Left, the left brüllt er nun das Mädel am Band an, die die Spannweite ihrer Arme völlig ausnutzt und breitarmig auf 2 Koffern ihre Hände liegen hat.  Sie hat es geschafft und freut sich über ihren Erfolg. So einfach macht man Menschen glücklich, denk ich. Matthi verstaut den Schnaps im Koffer, wir bedanken uns artig, blödeln noch ein wenig mit den Mädels rum, erörtern kurz die Konsequenzen, wenn wir die Flasche hätten austrinken müssen und weiter geht es zum Security Check.  Wir stehen und warten und stehen und warten und dann sitzen wir aber glücklich am Gate und haben noch 15 Minuten Zeit bis zum Bording.

Die alte Klappermaschine kenne ich nur von Flügen vor 20 Jahren mit Hungarian Airlines. Macht nix, wir landen pünktlich. Nur einer hat es nicht geschafft. Mein Koffer! Er liegt einfach nicht auf dem Band.

Die Lady von lost&found in Fort Myers scannt meinen Gepäckabschnitt und meint, der Koffer käme 2 Stunden später mit der nächsten Maschine. Nach Austausch der Telefonnummern, Angabe unserer Adresse und einer Bestätigung über das verlorene Stück fahren wir zu Rib City. Der Koffer soll heute Abend noch nachgeliefert werden. Ich freu mich über den Service. Später stelle ich fest, dass fast alle Fluggesellschaften verlorene Koffer nachliefern. Rib City hält, was es immer versprochen hat und das Bier kostet heute nur einen Viertel Dollar. Als wir einige Stunden später in der Villa Villa ankommen ist der Koffer trotzdem nicht da. Die versprochenen 2 Stunden Nachlieferfrist sind vorbei. Ich ziehe eine Shirt von Matthis Freund an und ansonsten denk ich, das kann ja mal ganz toll werden, so ohne Klamotten. Der Gesetzgeber schreibt eine Entschädigung bis max. bis 1300 € je Koffer vor. Die ersten davon gedenke ich gleich auszugeben für die notwendigsten Toilettenartikel. Heimlich überlege ich, was mir lieber wäre, mir neue Klamotten zu kaufen oder den Koffer zurück zu bekommen. Ich entscheide mich für den Koffer, heimlich, versteht sich.

Musste ich eigentlich nun nicht. Am nächsten Morgen ist der Koffer da. Ich kann mich entspannen.

 

 

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…aber wenn

Meetings zu Machtkämpfen werden  und Arbeitsabläufe in einem Irrgarten enden, gebrauchen die Mitarbeiter Ihre Köpfe nur zu einem Zweck: zum Kopfschütteln über diese Zustände. Der typische Mitarbeiter kennt nur ein Ziel: Er will seinen Chef von sich überzeugen. Er will zeigen, daß er den Job verdient hat.

Ich drehe den Spieß einfach um! Hat mich mein Arbeitgeber überzeugt? Hat die Firma genug getan, um mich zu gewinnen? Hat die Firma mich verdient? Ich bin kein Bittsteller, sondern Partner auf Augenhöhe. Ich habe mich immer wieder entschieden: Ist die Firma so attraktiv, daß ich bleibe? Oder gehe ich?

Ein Geschäftsmodell kann noch so durchgeknallt, eine Führungskultur noch so heruntergekommen sein – immer finden sich Heerschaaren von Arbeitnehmern, die als Bewerber anklopfen und später die Geschäfte der Firma vorantreiben.

Es gilt einfach das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Es gibt keinen Reformbedarf, solange eine ausreichende Nachfrage bei qualifizierenden Bewerbern ausgelöst wird. Erst wenn ein Mangel an qualifizierten Leistungsträgern kommt und die Top-Leute zu werteorientierten Wettbewerbern wechseln wird es zu Reformen kommen – oder eben nicht. Mit jeder Position, die nicht adäquat besetzt wird sinkt die Arbeitsqualität, werden Kunden unzufriedener und schließlich bleibt der Umsatz aus.

Was bliebe von einem Weltkonzern übrig, wenn mit einem Mal über Nacht alle Mitarbeiter ausgetauscht würden? Nichts, außer ein paar Immobilien und heillose Inkompetenz. In heutiger Zeit findet die wichtigste Arbeit an einem Ort statt, zu dem kein Chef Zutritt hat, in den Köpfen der Mitarbeiter. Nahezu alle Mitarbeiter sind Spezialisten, beherrschen Ihr Fachgebiet besser als ihre Chefs. Die Firma ist auf sie angewiesen, denn mit ihnen geht (oder kommt) wertvolles Wissen.

Ich unterwerfe mich nicht blind den Ansprüchen einer Firma, sondern stelle selbst welche. Den Satz: „Die meisten Menschen sind froh, wenn sie Arbeit finden“ lasse ich nicht gelten.

1. Der Preis ist zu hoch.

Selbstachtung, Gesundheit und mit Sicherheit am Ende diesen Arbeitsplatz

2. Es gibt viele Arbeitgeber im Mittelstand

3,3 Mio., die 70 % aller Arbeitnehmer beschäftigen

3. Die Erfolgsquote schießt in die Höhe, wenn ich für eine Firma arbeite, deren Kultur mit meinen eigenen Werten übereinstimmt. Nun setze ich mich wieder mit meinen eigenen Werten und mit Kulturen von Firmen auseinander.

So findet sich, was sich sucht, statt dass zusammenbleibt, was nicht mehr zusammenpasst:-)

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thx dafür :-)

Ich glaube, ich habe es noch nie gesagt und es tut mir leid, dass ich es erst jetzt sage: Ich danke dir vom ganzen Herzen für deine Unterstützung, deine Hilfe und die Ausbildung. Danke schön, dass du an mich geglaubt hast und mir meine Stärken und Schwächen gezeigt hast. Ich hab so viel von dir gelernt, wie man richtig mit dem „bösen“ Kunden spricht, wie ein tolles Team funktionieren kann und wie man mit viel Hingabe, Freude und Liebe arbeiten kann. Ich kenne keinen anderen Menschen, der zur Entspannung am Wochenende nach Rostock kellnern fährt 🙂 Ich hoffe, dass ich irgendwann mal das von dir Gelernte umsetzen kann. Für mich waren die zwei Jahre wirklich eine sehr spannende, lehrreiche und interessante Zeit! Die Kugel ist rund und ich hoffe, dass unsere Wege sich mind. paar Mal kreuzen 😉

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