Wieviel Ehrlichkeit brauchen wir im Job?

Wir bereiten gerade unser Dessert vor für heute mittag und diskutieren immer noch. Eine Freundin war gestern bei mir und wir haben natürlich dafür gesorgt, daß sämtlichen Mücken genug Nahrung bekommen haben , damit auch der Pegel für eine Aufnahme in die Betty Ford Klinik reicht (das ist ein Insider).

Ehrlichkeit im Unternehmen war unser Hauptthema. Wir begannen damit, muss jeder alles wissen? Lügen wir, wenn wir nur nicht alles sagen? Wieviel private Telefonate am Arbeitsplatz sind erträglich?  Ist das Serven im Internet während der Arbeitszeit für JEDEN Arbeitszeit? Kann ich meine PrivatPost mal eben schnell unter unsere Gutscheinpost mischen? Wenn ich noch eine E-Mail fertig mache, geht das unter Kulanz oder schreibe ich dann gleich eine halbe Stunde länger auf? Wieviel Privatthemen werden während der Arbeitszeit bequatscht? Entscheiden wir uns dafür, uns in der Kaffeeküche am Getratsche zu beteiligen, weil wir Angst haben, außen vor zu bleiben? Oder interessiert uns das wie eine Wasserstandsmeldung…

Wo liegen beim Lügen die Grenzen? Wer lügt, nur um es sich leicht zu machen, tut sich damit keinen Gefallen. Aber Schwindeln kann auch eine sozialverträglichere Alternative sein. Wer immer ehrlich sagt, was er denkt, stößt andere auch ständig vor den Kopf. Daher sind solche Formen *mangelnder Ehrlichkeit* für den Zusammenhalt von Gruppen ausgesprochen wichtig. Kritik dezent zu verpacken, Komplimente zu machen, Kollegen durch nicht hundertprozentig wahrheitsgemäße Aussagen zu schützen, steigert den Teamzusammenhalt  – Komplimente sind ja grundsätzlich auch nicht wahrheitsgebunden. IST DAS SO?

Wie siehts aus mit der Post. Ist es eine Bagatelle, seine PrivatPost mal eben schnell mit Firmenbriefmarken zu versenden? Nur weil genug rumliegen? Deutschland höchste Arbeitsrichterin hat Arbeitnehmer zu großer Ehrlichkeit am Arbeitsplatz ermahnt und vor sogenannten Bagatelldelikten gewarnt. „Es bleibt dabei, dass auch scheinbar kleinere Verfehlungen eine fristlose Kündigung rechtfertigen können“, sagte Ingrid Schmidt, die Präsident des Bundesarbeitsgerichts, im Gespräch …Wer weiterlesen will: hier:  http://bit.ly/qArmWm

Fragen über Fragen…

Solche Themen haben wir: immer noch…ach und Schuhe natürlich, und Männer  😉 Gleich gibt’s Mittagessen…Was für ein schöner Sonntag!

 

996 total views, no views today

Reden lernt man nur durch reden…

Der Zug steht. Die Durchsage lautet, wahrscheinlich ist es zu einem Personenschaden auf der Strecke nach Gütersloh gekommen.

Erst verzieh ich das Gesicht, aber sofort denk ich, was bedeutet schon ein verpasster Anschlusszug gegenüber dem Elend der beschädigten Person da draussen. Automatisch komm ich ins Grübeln und überlege, welche Gründe dieser Mensch wohl hatte, um sich zu dieser Entscheidung durchzuringen.  Oftmals ist es einfach fehlende Kommunikation und Verständnis.
Kommunizieren will gelernt sein.
Damit ein Fax seinen Empfänger erreicht, muss man die richtige Nummer haben, d.h. man wählt die richtigen Ziffern in einer vorgegebenen Reihenfolge. Werden die Nummern richtig gewählt, kommt die Botschaft an.
Anders sieht es aus, wenn man am Ende anstelle der 0 eine 1 wählt. Die Informationen kommen gar nicht an oder erhalten die falschen Leute, die sie nicht brauchen oder Unsinn damit anstellen. Es passiert auch schon mal, dass man am Anfang ein oder zwei Nullen zuviel wählt  –  dann landet man irgendwo in
Amerika und dann wird es teuer. Nullen darf man nicht übersehen, ist eine alte Mathamatikerweisheit.

Jeder Mensch kapiert, dass man beim Telefonieren oder Faxen die richtigen Nummern in der richtigen Reihenfolge wählen muss. Der  kleinste Fehler führt zu Störungen und Fehlverbindungen.

Wieso ist es anders bei der verbalen Kommunikation?
Da wird wild darauf los und aneinander vorbei geredet oder man deckt den anderen mit seinem Redeschwall ein.
Jeder sendet also was das Zeug hält und denkt sich, irgendwas davon wird schon ankommen. Oder man erhöht einfach die Sendeleistung oder der Empfänger wird für unfähig erklärt.
Das Faxbeispiel zeigt, es genügt ein einziger  Fehler in der Wahl und es  kommt zu Störungen, Fehlverbindungen oder zum Abbruch der Verbindung.  Wir fangen also wieder vor vorn an und eine Menge Zeit und Mühe muss investiert werden, um Verbindungen wieder aufzubauen und wieder
herzustellen, weil es ständig den Menschen gelingt, einfach so, Fehlverbindungen und Störungen zu produzieren.
Mir huscht schon manchmal der Gedanke durch den Kopf, wieso verstehen die mich eigentlich oftmals nicht? Wahrscheinlich muss ich meine Sendefähigkeit mal
überprüfen..

Reden lernt man nur durch reden!

Wenn am anderen Ende keiner den Hörer abnimmt, stürze ich mich natürlich nicht vor den Zug, aber ich rufe dann auch irgendwann nicht mehr an oder wähle einfach eine andere Nummer.
Der Zug fährt weiter, nix ist passiert. Die konnten mit ihm reden, sagt der Zugführer.

975 total views, no views today