Wirtschaft ist Böse

Bill Gates wurde nicht durch Fairness Weltmeister im Monopoly.
Steve Jobs pfercht seine Kunden in einen goldenen Käfig.
Larry Page hat uns in die Fangarme seines Datenkraken getrieben.
Mark Zuckerberg hat es sogar zum Hollywood-Bösewicht gebracht.

Microsoft, Apple, Google und Facebook wollen unser Bestes.
Und wir geben es Ihnen. (Ulf J. Froitzheim)

Wichtig ist es, dass man seinen eigenen Stil findet, der der eigenen Persönlichkeit entspricht und Spaß macht.Uhr

Seit fast 2 Monaten lechze ich einer Mitarbeiterin eines renommierten Entertainment-Unternehmens nach einem Termin hinterher. Präsentation, erfolgversprechender Termin auf der ITB, Vereinbarung von Nachfolgegesprächen – alles ist erfolgt. Nun schreibe ich seit Wochen Reminder-E-Mails und versuche sie an das Telefon zu bekommen. Es gelingt mir einfach nicht. Meine Nummer will ich aber auch nicht unterdrücken. Das ist mir zu profan.

Wenn aus Unzuverlässigkeit unmittelbar negative Konsequenzen erwachsen, wie z.B. das Nichterreichen eines Fluges – können auch unzuverlässige Menschen meist zuverlässig werden. Gut, unmittelbar negative Konsequenzen entstehen besagter Mitarbeiterin sicherlich nicht, aber vielleicht verpasst sie eine Chance. Oder aber sie traut mir nach den erfolgten Gesprächen eine sehr hohe Flexibilität  in meiner Zeitgestaltung zu, dass ihr Rücksicht und Zuverlässigkeit als unnötig erscheinen.

Zuverlässigkeit und das Einhalten getroffener Absprachen sind für mich Wertebegriffe. Emotional negativ besetzte Erfahrungen bei Unzuverlässigkeiten haben mich zur Zuverlässigkeit erzogen.

Zeitliche Abstimmung gelingt nur, wenn wir in der Lage sind die Botschaften unseres Gegenübers zu verstehen und unsere Handlungsweisen in den Grenzen unserer eigenen zur Verfügung stehenden Zeit darauf auszurichten.

Wichtig und feinfühlig ist es, den anderen wahrzunehmen und auf seine Botschaften angemessen und prompt zu antworten. Solche feinfühlige Menschen ticken dann gleich und bewegen sich auf gleicher Wellenlänge und es kommt zu einem harmonischen Miteinander bei wechselseitiger Wertschätzung und Respekt vor den Grenzen des anderen.

Dominante Menschen dehnen ihren Einflussbereich oft zu sehr aus,  oft ohne dass sie es selbst spüren – Aus diesem Grund ist es wichtig, deren Sensibilität für zeitliche Abstimmungsprozesse zu vertiefen, damit sie die Grenzen ihres Einflussbereiches besser wahrnehmen.

Genauso wichtig ist es für anpassungsbereite Menschen, den eigenen Rhythmus vor Übergriffen zu schützen und den dominanzgewohnten Menschen verstärkt die Notwendigkeit einer gleichberechtigen Abstimmung vor Augen zu führen. Nicht wenige Menschen neigen bei Herausforderungen in diesem Bereich zum Rückzug. Meist beschuldigen sie den anderen als nicht kooperativ, als jemanden mit dem man nicht zusammen arbeiten kann. Der Rückzug verhindert einerseits, dass man die Kontrolle verliert und von anderen dominiert wird. Ausserdem entgeht man auch der Frustration, dass man eigene Zeitwünsche nicht erfüllen kann.  Der Rückzug kann aber auch eine wütende Verweigerung mit Schuldzuweisungen sein und zu dauerhaft getrenntem Handeln führen.

Menschen, die sensibler im Umgang mit zeitlichen Abstimmungsprozessen werden, nehmen vollständiger wahr und durchschauen typisch zeitliche Machtstrategien. Sie sind in der Lage, anderen mit mehr Respekt für deren Eigenzeit zu begegnen und können sich so besser vor zeitlichen Übergriffen schützen. Zunehmende Feinfühligkeit setzt einen Prozess zur Änderung von Werten und Lebensstilen in Gang.

Jeder hat eine besondere Strategie mit misslingender zeitlicher Abstimmung umzugehen. Hier zeigt sich, ob wir uns flexibel mit anderen einigen oder eigene Zeitgestalten durchzusetzen versuchen oder ob wir einfach auf die gemeinsame Zeit verzichten und uns abkoppeln.

Sie wird mit mir sprechen. Nach zwischenzeitlicher Frustration und wöchentlicher Telefonabstinenz telefoniere ich nun jeden Tag wieder. Gestern hatte ich sie an der Strippe. Sie hat sich als erstes entschuldigt. Wir haben einen Telefontermin in der nächsten Woche vereinbart. Jetzt nehme ich als als Sport und verfahre frei nach dem Slogan von Frau Dr. B. : „Ein Nein muss man sich abholen!“

Update 30.Mai 2013

Es gelang mir bisher nicht mit ihr zu sprechen. Meetings, Termine usw. Kenne ich ja auch. Aber irgendwie werde ich die Geschichte schon stemmen.

Vielleicht hat die Stage ja ein gutes Monitoring:-)
Vielleicht hat die Stage ja ein gutes Monitoring:-)

Update 4.Juni 2013

Immer noch kein Rückruf oder Kontakt möglich.
Nun schreibe ich den Brief. Mit der Hand natürlich.

Update 9. Juni 2013

 

 

 

 

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Moment mal!

Wenn ich nur noch einen Monat zu leben hätte –

wieviel Zeit würde ich dann für Konventionen verwenden?
Für den Umgang mit Arroganz und Dummheit?
Für vermeintliche Verpflichtungen?

Moment mal!
Wer gibt mir eigentlich eine Garantie dafür, dass ich noch länger lebe als einen Monat?

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Unternehmenskultur – Wie ticken wir denn so…

Die Unternehmenskultur ist das Kriterium, welches ein Unternehmen von Wettbewerbern unterscheidet und aufzeigt, in welchen Gewohnheiten sich die Organisation von anderen abhebt. Sie ist unter Umständen aber auch genau der Faktor, der verhindern kann, erfolgreicher oder innovativer zu sein als die anderen….(hab ich gelesen)

Die Unternehmenskultur definiert den Handlungsspielraum im Unternehmen, was ist erwünscht oder was eben nicht.

Unternehmenskultur? Ich spüre sie bei jedem Kontakt: Zwischen den Zeilen der E-Mails, im Morgenmeeting und meilen- und transatlantikweit durchs Telefon. Sie legt sich auf mein Gemüt oder versorgt mich für Stunden mit Lachen, Stolz und Heiterkeit. Ich arbeite schon immer für lachende Unternehmen. Lachende Unternehmen verfolgen Gewinner-Strategien. Sie sind lebendig und senden positive Wellen aus. Alle Mitarbeiter sind kerngesund und bereit, sich für die Firma mächtig ins Zeug zu legen. Dieser Geist schwingt bei allen mit.

Bei uns herrscht Spaß in den Räumen, der Katalysator für Superleistungen und das Klima für gute Ideen. Wir ziehen die guten Leute magisch an und legen damit die Basis für unseren Erfolg. Bei uns kaufen Kunden gerne immer wieder ein. Und sie erzählen der ganzen Welt davon.

Was wir mehr haben als alle anderen?  Mehr Menschlichkeit. Und Lachen. Bei uns hat das Lachen schon offiziell Einzug gehalten. Wir wissen um die Vorteile eines humorvollen Betriebsklimas, weil hierdurch die Motivation, der Leistungswille und die Freude an der Arbeit wachsen. Lachflashs sind im Kommen. Leben und Lachen bei uns in der Firma schaffen Sympathie. Sympathie begünstigt Erfolge.

Einer der besten Hinweise darauf, wie gesund wir sind, liefert das bei uns herrschende Maß an Humor: das gemeinsame Lachen in Meetings, bei unseren Chefs, mit Kunden am Telefon, auf den Gängen und in der Kaffeeküche. Denn nur, wem es gut geht, der hat auch was zu lachen. Wir haben Menschen mit unzerstörbar guter Laune bei uns im Team. Glücksfälle. Wir haben viele  davon. Lachen aktiviert das Gehirn, hält gesund und macht kreativ. Unser Lachen fokussiert auf Miteinander statt Gegeneinander. Unser Blick ist nach außen gerichtet, also auf den Markt und die Kunden, denn von innen droht nichts Böses. Bei uns wurstelten nicht alle Beteiligten vor sich hin, als sei alles im Lot. Schlechte Laune ist – genauso wie gute Laune – ansteckend, das weiß ich. Besondere Nervenzellen, Spiegelneurone genannt, sind verantwortlich dafür. Sie lassen mich das, was andere fühlen, in einer Art innerer Simulation miterleben. So schlägt sich die Stimmung der Mitarbeiter unmittelbar auf die Stimmung der Kunden nieder. So machen ‚lachende‘ Mitarbeiter ihren Kunden Lust (in Lust steckt lustig) auf kaufen. Schon bereits bei Einstellungsgesprächen halte ich ganz gezielt Ausschau nach Optimisten, um nicht nur das Können, sondern auch das Wollen abzuklopfen.

Unsere gute Stimmung fördert die Gesamtproduktivität, die Innovationskraft und den Leistungswillen der Mitarbeiter. Die Krankheitstage sinken und die Fehlerhäufigkeit lässt nach. Die Mitarbeiter bleiben dem Betrieb länger treu, so dass weniger Kosten für die Suche und Einarbeitung der ‚Neuen‘ entstehen. Unser Wissen bleibt im Unternehmen, Know-how-Schwund findet nicht statt. Nicht zuletzt machen wir als begeisterte Mitarbeiter positive Mundpropaganda und stärken so den guten Ruf unserer Firma.

 So sind wir. Wirklich? Wir sind nah dran!

Wer ist eigentlich verantwortlich dafür, dass ich soviel Spaß und Freude an der Arbeit habe?

Weiterführende Links:

Führung und Personalentwicklung

Den Puls des Unternehmens fühlen

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Reden lernt man nur durch reden…

Der Zug steht. Die Durchsage lautet, wahrscheinlich ist es zu einem Personenschaden auf der Strecke nach Gütersloh gekommen.

Erst verzieh ich das Gesicht, aber sofort denk ich, was bedeutet schon ein verpasster Anschlusszug gegenüber dem Elend der beschädigten Person da draussen. Automatisch komm ich ins Grübeln und überlege, welche Gründe dieser Mensch wohl hatte, um sich zu dieser Entscheidung durchzuringen.  Oftmals ist es einfach fehlende Kommunikation und Verständnis.
Kommunizieren will gelernt sein.
Damit ein Fax seinen Empfänger erreicht, muss man die richtige Nummer haben, d.h. man wählt die richtigen Ziffern in einer vorgegebenen Reihenfolge. Werden die Nummern richtig gewählt, kommt die Botschaft an.
Anders sieht es aus, wenn man am Ende anstelle der 0 eine 1 wählt. Die Informationen kommen gar nicht an oder erhalten die falschen Leute, die sie nicht brauchen oder Unsinn damit anstellen. Es passiert auch schon mal, dass man am Anfang ein oder zwei Nullen zuviel wählt  –  dann landet man irgendwo in
Amerika und dann wird es teuer. Nullen darf man nicht übersehen, ist eine alte Mathamatikerweisheit.

Jeder Mensch kapiert, dass man beim Telefonieren oder Faxen die richtigen Nummern in der richtigen Reihenfolge wählen muss. Der  kleinste Fehler führt zu Störungen und Fehlverbindungen.

Wieso ist es anders bei der verbalen Kommunikation?
Da wird wild darauf los und aneinander vorbei geredet oder man deckt den anderen mit seinem Redeschwall ein.
Jeder sendet also was das Zeug hält und denkt sich, irgendwas davon wird schon ankommen. Oder man erhöht einfach die Sendeleistung oder der Empfänger wird für unfähig erklärt.
Das Faxbeispiel zeigt, es genügt ein einziger  Fehler in der Wahl und es  kommt zu Störungen, Fehlverbindungen oder zum Abbruch der Verbindung.  Wir fangen also wieder vor vorn an und eine Menge Zeit und Mühe muss investiert werden, um Verbindungen wieder aufzubauen und wieder
herzustellen, weil es ständig den Menschen gelingt, einfach so, Fehlverbindungen und Störungen zu produzieren.
Mir huscht schon manchmal der Gedanke durch den Kopf, wieso verstehen die mich eigentlich oftmals nicht? Wahrscheinlich muss ich meine Sendefähigkeit mal
überprüfen..

Reden lernt man nur durch reden!

Wenn am anderen Ende keiner den Hörer abnimmt, stürze ich mich natürlich nicht vor den Zug, aber ich rufe dann auch irgendwann nicht mehr an oder wähle einfach eine andere Nummer.
Der Zug fährt weiter, nix ist passiert. Die konnten mit ihm reden, sagt der Zugführer.

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Andere sind auch gut!

Nun sitze ich ich schon wieder am Flughafen. Es ist Freitag morgens 6.00 Uhr und eigentlich würde ich lieber nach Mallorca fliegen. Nun fliege ich aber nach Hause, weil 66 % meiner Enkelkinder und 50% meiner Kinder Geburtstag haben.Der Prinzessin bekommen die neuen Medikamente gut und ich freu mich, alle wieder zu sehen.
Überhaupt ist es wichtig, einige Stunden wieder eine andere Sicht auf die Dinge zu bekommen. Keine Reisen, keine Gutscheine, kein Telefon, keine Briefmarken, selbst die Drogen berühren mich jetzt nicht mehr. Die obdachlosen drogensüchtigen Menschen, die fast schon zu meinem Leben gehören.
Zum 6. Mal werden Familie Knot und Herr Mann aufgerufen. Der Flug wird geschlossen. Ja, manchmal verpasst man Flüge und Gelegenheiten. Ärgerlich, aber der nächste Flieger kommt bestimmt.
Mein Sohn arbeitet bei einem Italiener als Servicefachkraft. Kellner kann man auch sagen.  Ich packe  also meine Eltern ins Auto und irgendwie kommen wir aber nicht an, beim Italiener, der nur 30 Autominuten von zu Hause entfernt sein soll. Wir fahren durch kleine Strassen, Wohngebiete und als uns das Navi durch einen Waldweg lotsen will, frag ich meine Ma, ob sie vielleicht in den Einstellungen *nur Strassen mit weniger als 2m Breite* eingegeben hat. Sie klatscht sich mit der flachen Hand an die Stirn und sagt, klar, das Teil arbeitet noch im Fussgaengermodus,  von letzter Woche, als wir in Kühlungsborn an der Ostsee spazieren waren. Allgemeine Erleichterung im Auto und der Glaube an die Technik ist wiederhergestellt.
Der Italiener ist ein super grosses, altes Haus und das Restaurant zieht sich über 2 Etagen. Ein Maisonetterestaurant sozusagen. In der Mitte ist ein riesiger Luftraum bis hoch zum Giebel des Hauses. Sehr edel, die Farbe Schwarz ist vorherrschend und ich fühle mich sofort wohl. Super freundliches, bunt gemixtes und unglaublich aufmerksames Personal. Mein Opa würde sagen, aus jedem Dorf ein Hund.
Ich freu mich, meinen Sohn zu sehen, der hat natürlich keine Zeit, hier ist gerade rush hour. Die arbeiten hier Hand in Hand und man merkt, den Spass, den sie haben bei ihrem Job. Die Rahmenbedingungen stimmen hier.
Micha sagt, sie können alles mit entscheiden, Ideen sind gern gesehen und der Chef macht nur ganz selten von seinem Vetorecht Gebrauch.
Es gibt keine  hierarchischen Strukturen, keine Bürokratie und keine festgefahrene  Prozesse. Eigenverantwortliche und motivierte Mitarbeiter, die im Sinne des Unternehmers handeln, treiben dieses Geschäft voran, ohne dabei das lebenswichtige Tagesgeschäft zu vernachlässigen.
Selbst zu denken und umzusetzen bedeutet zusätzlichen Aufwand und ist deshalb anstrengend, sagt mein Sohn.
Mitarbeiter, mit verschiedenen Hintergründen und unterschiedlichen Bildungsgraden in einem Team haben unterschiedliche Blickwinkel, unterschiedliche Fähigkeiten, Informationen aufzunehmen, sie zu verarbeiten und daraus Erkenntnisse zu gewinnen und natürliche unterschiedliche Ansichtsweisen.
Die Bedingungen stimmen und jeder kann und soll  sich mit seiner Kreativität und seiner Kompetenz in den Arbeitsprozess einbringen.
Darin besteht der Schlüssel zum Erfolg, darum ist hier am Rande der Stadt das riesengrosse Restaurant nur mit einer vorherigen Reservierung besuchbar.

Das ist es, denk ich. so ist es bei uns auch, bei ANIMOD.
Wir essen hervorragend. Meiner Vorliebe, ein Dinner nur aus einer Vielzahl von Vorspeisen bestehen zu lassen, wird zwar nicht ganz Rechnung getragen und so liegen wir später dann völlig vollgenudelt vor dem Fernseher.

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